Ich möchte verstehen, was unter einem Verhalten liegt
Mein Name ist Michaela Marquardt.
Ich bin Diplom-Pädagogin, Traumapädagogin, Traumafachberaterin, Mediatorin und EMDR-Coachin. Bevor ich im sozialen Bereich arbeitete, war ich Kfz-Meisterin und Ausbilderin.
Diese ungewöhnliche Verbindung prägt mich bis heute: Ich arbeite klar, praktisch und strukturiert. Gleichzeitig richte ich meinen Blick auf das, was nicht sofort sichtbar ist – auf Gefühle, Bedürfnisse, Schutzreaktionen, Beziehungserfahrungen und die Bedingungen, unter denen ein Mensch handelt.
Mich interessiert nicht nur, was ein Mensch tut.
Mich interessiert, was in diesem Moment in ihm geschieht, was seine Reaktion auslöst und was ihm anschließend nicht mehr zur Verfügung steht.
Warum ich so arbeite
Ich kenne Anpassung und Funktionieren nicht nur aus Fachbüchern.
Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der der äußere Schein häufig wichtiger war als das innere Erleben. Früh lernte ich, mich an anderen zu orientieren, eigene Bedürfnisse zurückzustellen und auch dann weiterzumachen, wenn meine Grenzen längst erreicht waren.
Nach außen war ich leistungsfähig und erfolgreich. Gleichzeitig verstand ich lange nicht, warum Menschen so häufig etwas anderes zeigen als das, was tatsächlich in ihnen geschieht.
Diese Diskrepanz zwischen äußerem Funktionieren und innerem Erleben begleitet mich bis heute – inzwischen nicht mehr nur persönlich, sondern als eine zentrale fachliche Frage:
Was geschieht mit einem Menschen, wenn er den Zugang zu dem verliert, was er fühlt, braucht und eigentlich tun möchte?
Eigene Therapie- und Körpererfahrungen haben mir gezeigt, dass Verstehen wichtig ist – aber nicht immer ausreicht. Manche Zusammenhänge sind gedanklich längst klar und bestimmen unser Erleben trotzdem weiter.
Meine persönliche Geschichte ist nicht der Maßstab für die Menschen, mit denen ich arbeite. Sie prägt jedoch meinen Respekt vor Reaktionen, die von außen unverständlich erscheinen und im Leben eines Menschen einmal eine wichtige Schutzfunktion übernommen haben.
Mein beruflicher Weg
Mein Berufsleben begann im Handwerk.
Als Kfz-Meisterin und Ausbilderin arbeitete ich viele Jahre mit Männern. Ich bildete Gesellen, angehende Meister und Bundeswehrsoldaten aus und erlebte, dass Männer sehr wohl über persönliche Themen sprechen – wenn der Rahmen stimmt und sie sich nicht geprüft oder bewertet fühlen.
Mit Anfang dreißig studierte ich Pädagogik mit dem Nebenfach Psychologie und den Schwerpunkten Beratung, Mediation und Supervision. Ich wollte genauer verstehen, wie Menschen miteinander umgehen, wie Konflikte entstehen und was Beziehung auch unter schwierigen Bedingungen möglich macht.
Später arbeitete ich in der Eingliederungshilfe – zunächst im Sozialen Dienst und anschließend als Leitung eines Wohnheims für Erwachsene mit sogenannter geistiger Behinderung. Dort gehörten Konflikte, Überforderung sowie selbst- und fremdaggressives Verhalten zum beruflichen Alltag.
Die Gewaltfreie Kommunikation, die ich bereits während meines Studiums kennengelernt hatte, wurde zu einer wichtigen Grundlage meiner Arbeit. Es folgten die Ausbildung zur Mediatorin auf Basis der Gewaltfreien Kommunikation und die Weiterbildung zur Deeskalationstrainerin.
Je intensiver ich mich mit Konflikten und gewaltvollem Verhalten beschäftigte, desto deutlicher wurde für mich:
Es reicht nicht, Verhalten zu begrenzen. Wir müssen auch verstehen, was darunter wirkt.
Mit den Weiterbildungen zur Traumapädagogin und Traumafachberaterin kam das Konzept des guten Grundes hinzu. Es verbindet vieles, was meine Arbeit bis heute ausmacht: Gewaltfreie Kommunikation, Deeskalation, Beziehungsgestaltung, Körper- und Nervensystemwissen sowie die Suche nach neuen Handlungsmöglichkeiten.
Nach mehr als einem Jahrzehnt in der Eingliederungshilfe wechselte ich in die Kinder- und Jugendhilfe. Parallel entstand meine eigene Praxis.
Was meine Arbeit verbindet
Menschen verhalten sich nicht grundlos.
Sie greifen auf das zurück, was ihnen in einem bestimmten Moment zugänglich ist – auch wenn diese Reaktion heute Konflikte auslöst, Beziehungen belastet oder nicht mehr zu dem passt, was sie eigentlich möchten.
Den guten Grund eines Verhaltens zu verstehen, bedeutet nicht, alles hinzunehmen oder Verantwortung aufzulösen.
Es bedeutet, genauer zu unterscheiden:
- Was versucht diese Reaktion zu schützen?
- Welches Gefühl oder Bedürfnis liegt darunter?
- Was gehört zur heutigen Situation und was wird durch frühere Erfahrungen verstärkt?
- Was geschieht zwischen den Beteiligten?
- Welche Bedingungen im Umfeld oder im System wirken mit?
- Und was braucht es, damit eine andere Reaktion möglich wird?
In dieser bedürfnisorientierten Arbeit bin ich zuhause; darin blühe ich auf.
Ich verbinde fachliche Klarheit mit dem Blick auf den ganzen Menschen. Gedanken, Gefühle, Körperwahrnehmungen, Beziehungserfahrungen und äußere Bedingungen werden nicht gegeneinander ausgespielt.
Mehrere Dinge können gleichzeitig wahr sein:
Eine heutige Situation kann tatsächlich problematisch sein – und gleichzeitig etwas Früheres berühren.
Ein Mensch kann einen eigenen Anteil an einem Konflikt haben – ohne für das gesamte Geschehen verantwortlich zu sein.
Eine Reaktion kann einen guten Grund haben – und trotzdem Veränderung brauchen.
Was Du bei mir erwarten kannst
Ich arbeite warm, direkt und klar.
Ich höre genau hin, frage nach konkreten Situationen und bleibe nicht bei allgemeinen Erklärungen stehen. Mich interessiert der Moment, in dem etwas gekippt ist: ein Satz, ein Blick, ein Tonfall, eine Erwartung oder eine Grenze, die nicht mehr zugänglich war.
Dabei gebe ich Dir keine fertige Deutung darüber, wer Du bist oder was Deine Geschichte bedeutet.
Wir prüfen gemeinsam:
Was nimmst Du wahr?
Was ist tatsächlich geschehen?
Was vermutest Du?
Wie reagiert Dein Körper?
Welche Worte fehlen Dir?
Was möchtest Du künftig anders tun können?
Ich halte Widersprüche aus und suche nicht vorschnell nach einer einfachen Erklärung. Persönliche Erfahrungen, Beziehungsgeschehen und strukturelle Bedingungen werden differenziert betrachtet.
Manchmal braucht es zunächst Verständnis und Sortierung. Manchmal Stabilisierung und Ressourcenarbeit. Manchmal einen klaren Satz, eine Grenze oder eine konkrete Vorbereitung auf eine schwierige Situation.
Der Rahmen richtet sich nach Deinem Anliegen – nicht Dein Anliegen nach einer Methode.
Berufliche Schwerpunkte und Qualifikationen
- Diplom-Pädagogin
- EMDR-Coachin
- Traumafachberaterin
- Traumapädagogin
- Deeskalationstrainerin
- Mediatorin auf Grundlage der Gewaltfreien Kommunikation
- langjährige Leitungs- und Beratungserfahrung im sozialen Bereich
- frühere Kfz-Meisterin und Ausbilderin
Die Gewaltfreie Kommunikation begleitet mich seit fast zwanzig Jahren. Sie ist ein eigenständiger Schwerpunkt meiner Arbeit und prägt zugleich meine Haltung in der Traumafachberatung, Mediation, Deeskalation und Begleitung von Fachkräften.
Und persönlich?
Ich lerne gern, denke schnell und verbinde Themen, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammengehören.
Ich bin naturverbunden, brauche Tiefe und schätze Menschen, die bereit sind, genauer hinzusehen – auch dort, wo es unbequem wird.
Gleichzeitig halte ich es mit Astrid Lindgren:
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.












